Lean 4.0 – das Unternehmen der Zukunft!

Kommentar von Karl Heinz Döppler - Herausgeber LEANmagazin.de

Pressemeldung der Firma LEANmagazin.de c/o Döppler.Team GmbH

Industrie 4.0 als neue Technologie zur intelligenten und komplexen Verknüpfung aller am Fertigungsprozess Beteiligten, eine intelligente Kommunikation unter Maschinen oder ist Industrie 4.0 eine richtungsweisende Innovation für Unternehmen? Was ist unter dem neunen „Modewort“ Industrie 4.0 zu verstehen? Vor allem, was heißt das konkret für Unternehmer? Welche konkreten Projekte und Aufgaben kommen auf die Unternehmen zu? Für welche Unternehmen ist es sinnvoll, sich auf die Reise mit ungewissem Ziel zu begeben? Was kann bzw. soll mit Industrie 4.0 und dem Internet der Dinge erreicht werden?

„Wohin soll die Reise am Ende gehen bzw. bis 2020?

Schauen wir zurück: Von der starren Linienfertigung der 70er-Jahre mit ihrer Wertschöpfung durch hochgradige Arbeitsteilung und Spezialisierung, über die Welt des Computer Integrated Manufacturing (CIM) der 80er-Jahre und des Lean Management – der schlanken Produktion, bei dem man sich von der klassischen Linienfertigung verabschiedet hat, bis zur dezentralen Eigenverantwortung der Bereiche. In der fraktalen Fabrik sind mehrere Fertigungszellen in kleinen „Fabriken in der Fabrik“, sogenannten Small Factory Units, zusammengefasst. Industrie 4.0 ist die Fortschreibung dieses fraktalen Ansatzes“ so Johann Soder, Geschäftsführer Technik SEW-EURODRIVE GmbH & Co KG in einem Artikel der Huffington Post.

Ein Kernelement der Lean Philosophie ist es, Fehler transparent und diese nach Möglichkeit nur einmal zu machen. Denn jeder Fehler ist Muda (Verschwendung) und sollte daher vermieden werden. Waren in der Vergangenheit CIM und zu weiten Teilen auch Lean Management nicht eher theoretische Visionen, deren umfassende praktische Umsetzung nur den wenigsten Unternehmen tatsächlich gelungen ist. Sind nicht in der Vergangenheit bei der praktischen Implementierung dieser Visionen (zu) viele Fehler passiert?

Kann man das Schlagwort „Industrie 4.0“ nicht auch lediglich als logische Konsequenz aus der Idee technologischer Vernetzung und kontinuierlicher Verbesserung sehen? Für die technologische Vernetzung (Internet der Dinge) wurden erst in den letzten Jahren die technischen Voraussetzungen geschaffen, so dass mit den Prinzipien des KVP-Ansatzes viele Verbesserung heute neu gedacht und umgesetzt werden können. Der Roboter als Kollege des Montagemitarbeiters sei hier nur als ein Beispiel genannt.

Nach meiner festen Überzeugung und vielen Jahren praktischer Erfahrung bei der Implementierung von Lean in kleinen und großen Organisationen wird der Erfolg – oder Misserfolg – von Industrie 4.0 maßgeblich durch „leanerprobte“ Mitarbeiter bestimmt, die sich die neuen technologischen Möglichkeiten im KVP-Sinne zu eigen machen.

Es wird ebenso wie bei CIM oder Lean für ein Unternehmen nicht die ultimative Industrie 4.0 – Lösung geben, welche von Instituten oder Beratern konzipiert, in kurzer Zeit „übergestülpt“ werden kann. Jedes Unternehmen wird seine eigene Industrie 4.0 – Lösung erarbeiten und mit viel Geduld kontinuierlich einführen müssen – eine spannende und sicher auch lohnenswerte Aufgabe.

Karl Heinz Döppler

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